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Strategie für die Information über Energiegemeinschaften

Ziel ist die Initiative, die Menschen über Energiegemeinschaften zu informieren und sie als ehrenamtliche, konzernunabhängige Alternative zu etablieren. Ein möglicher  Strategieplan, um dieses Ziel zu erreichen und Verwechslungen mit kommerziellen Energieanbietern zu vermeiden:

1. Kernbotschaft entwickeln

Definiert eine klare und prägnante Kernbotschaft, die den Unterschied zwischen Energiegemeinschaften und herkömmlichen Energieversorgern hervorhebt. Diese Botschaft sollte auf allen Materialien konsistent verwendet werden.

Vorschlag: „Energiegemeinschaften: Dein Strom, dein Beitrag, deine Gemeinschaft. Unabhängig von Konzernen – gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft.“

Schwerpunkte der Botschaft:

  • Gemeinschaftsgedanke: Betont das Miteinander und die lokale Verankerung.
  • Unabhängigkeit: Hebt hervor, dass Energiegemeinschaften nicht gewinnorientiert sind und eine Alternative zu großen Konzernen darstellen.
  • Nachhaltigkeit/Zukunft: Kommuniziert den positiven Beitrag zur Energiewende und Umwelt.
  • Freiwilligkeit: Unterstreicht das ehrenamtliche Engagement der Beteiligten.

2. Zielgruppenanalyse

Obwohl das Ziel ist, viele Menschen zu erreichen, kann es hilfreich sein, spezifische Untergruppen zu identifizieren, um die Kommunikation anzupassen:

  • Umweltbewusste Menschen: Sie sind möglicherweise schon offen für das Thema.
  • Hausbesitzer/Mieter mit Interesse an Eigenversorgung: Praktischer Nutzen steht im Vordergrund.
  • Personen, die nach Alternativen zu hohen Energiekosten suchen: Finanzielle Aspekte könnten hier ansprechen.
  • Lokale Gemeinschaften/Vereine: Multiplikatoren für die Verbreitung der Information.

3. Materialien und Kanäle

a) Flyer

  • Titel: Kurz und prägnant, z.B. „Deine Energie. Deine Gemeinschaft.“ oder „Energiegemeinschaft: Mehr als nur Strom.“
  • Einleitung: Erklärt kurz und verständlich, was eine Energiegemeinschaft ist.
  • Der Unterschied zu Konzernen: Hier ist es entscheidend, klar zu machen, dass Energiegemeinschaften nicht kommerzielle Stromanbieter sind. Verwendet einfache Sprache und direkte Gegenüberstellungen (z.B. „Wir sind die Menschen aus deiner Nachbarschaft, nicht ein Großkonzern.“).
  • Vorteile für Einzelne und die Gemeinschaft:
    • Günstigerer Strom (oft)
    • Regionale Wertschöpfung
    • Umweltschutz/Nachhaltigkeit
    • Stärkung der Gemeinschaft
    • Partizipation und Mitgestaltung
  • Call to Action: Wie können Interessierte mehr erfahren oder mitmachen? (z.B. „Komm zu unserer nächsten Informationsveranstaltung!“, „Besuch unsere Website!“, „Scanne den QR-Code!“).
  • Logos: Auffällige Platzierung der Logos von Repaircafe, Repaircafe Vernetzung Österreich und Otelo Freiraum. Betont die ehrenamtliche Natur.
  • Visuelles: Verwendet positive Bilder von Menschen in der Gemeinschaft, erneuerbaren Energien (Sonnepanels, Windräder), statt abstraktem Konzern-Branding.

b) Plakate

  • Eyecatcher: Ein großes, ansprechendes Bild, das den Gemeinschaftsgedanken oder erneuerbare Energie symbolisiert.
  • Headline: Eine knackige Überschrift, die sofort das Thema „Energiegemeinschaft“ vermittelt und Neugier weckt. Z.B. „Energie aus der Nachbarschaft – Gemeinsam Strom erzeugen!“ oder „Werde Teil deiner Energiegemeinschaft!“.
  • Kurze Kernaussagen: Wenige, prägnante Stichpunkte zu den Hauptvorteilen und der Unterscheidung zu Konzernen. Weniger Text ist mehr!
  • QR-Code: Verlinkt zu einer Landingpage mit weiteren Informationen.
  • Veranstaltungshinweise: Wenn es konkrete Termine gibt, diese prominent platzieren.

c) Präsentation

  • Storytelling-Ansatz: Beginnt mit dem Problem (Klimawandel, Abhängigkeit von Großkonzernen) und präsentiert Energiegemeinschaften als Lösung.
  • Einfache Sprache: Vermeidet Fachjargon, wo immer möglich. Erklärt komplexe Sachverhalte verständlich.
  • Visuelle Unterstützung: Viele Bilder, Grafiken und Diagramme, die das Gesagte untermauern.
  • Interaktive Elemente: Stellt Fragen an das Publikum, ermutigt zu Diskussionen.
  • Der klare Unterschied zu „normalen“ Stromanbietern: Widmet einen eigenen Abschnitt, in dem dieser Punkt explizit und detailliert erklärt wird. Nutzt Vergleiche und Beispiele. Betonung der Gemeinnützigkeit vs. Gewinnorientierung.
  • Vorteile detailliert erläutern: Geht tiefer auf die ökologischen, ökonomischen und sozialen Vorteile ein.
  • Wie funktioniert’s? Eine einfache Erklärung des Konzepts einer Energiegemeinschaft (Erzeugung, Verteilung, Verbrauch).
  • Fallbeispiele: Wenn möglich, stellt erfolgreiche lokale oder regionale Energiegemeinschaften vor.
  • Häufig gestellte Fragen (FAQs): Bereitet euch auf typische Fragen vor, besonders im Hinblick auf Verwechslungen mit Konzernen oder Ängste vor Bürokratie.
  • Aufruf zum Handeln: Wie können die Zuhörer:innen konkret aktiv werden? (Mitglied werden, informieren, an Workshops teilnehmen).
  • Zeit für Fragen und Diskussion: Plant ausreichend Zeit dafür ein.

4. Kommunikationsstrategie

  • Eindeutige Abgrenzung: Bei jeder Kommunikation muss klar sein: Energiegemeinschaften sind keine Stromanbieter im herkömmlichen Sinn. Sie sind bürgergetragene Initiativen zur Erzeugung und Verteilung von Energie innerhalb einer Gemeinschaft, oft auf regionaler Ebene. Das betont die Freiwilligkeit und den Aspekt der Selbstversorgung.
  • Nutzung bestehender Netzwerke: Verteilt Flyer und Plakate in den Repaircafés und Otelo Freiräumen. Nutzt eure bestehenden Kanäle (Newsletter, Social Media) zur Bewerbung der Informationsveranstaltungen.
  • Lokale Medien: Sucht den Kontakt zu lokalen Zeitungen, Radiosendern oder Online-Portalen, um über eure Initiative zu berichten.
  • Partnerschaften: Kooperiert mit lokalen Gemeinden, Klimabündnis-Gemeinden, Umweltorganisationen oder anderen Initiativen, die ähnliche Ziele verfolgen.
  • Infostände: Organisiert Infostände auf lokalen Märkten, Festen oder Veranstaltungen.

5. Messung des Erfolgs

Überlegt, wie ihr den Erfolg eurer Strategie messen könnt:

  • Anzahl der Besucher:innen bei den Präsentationen
  • Anzahl der verteilten Flyer/Plakate
  • Rückmeldungen und Fragen der Interessierten (zeigen sie, ob die Botschaft verstanden wurde?)
  • Anzahl der neuen Mitglieder oder Interessenten für Energiegemeinschaften
  • Medienberichte

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